Toespraak van minister Van Nieuwenhuizen bij de themabijeenkomst Smart Mobility in Nederland en Duitsland

Toespraak van minister Van Nieuwenhuizen (IenW) bij de themabijeenkomst Smart Mobility in Nederland en Duitsland. Deze vond plaats tijdens de InfraTech beurs in Ahoy Rotterdam op  16 januari 2019.

De topespraak is alleen in het Duits beschikbaar.

Herr Wüst, Herr Schauerte-Küppers, verehrte Delegierte aus Nordrhein-Westfalen, meine Damen und Herren!

Auch von mir ein herzliches Willkommen hier in diesem schönen Pavillon von Rijkswaterstaat! Es ist eine Ehre, Sie hier auf der InfraTech begrüßen zu dürfen und Ihnen gleich dieses phantastische Schaufenster der niederländischen Infrastrukturbranche zu zeigen.

Sicher von A nach B kommen, und das möglichst nachhaltig – darum dreht sich hier alles. Das Beste, was die Niederlande im Tief-, Straßen- und Wasserbau zu bieten haben.

Meine Damen und Herren,

Rijkswaterstaat sucht auf dieser Messe die Begegnung. Denn neue Ideen und Innovationen mit gesellschaftlicher Relevanz entstehen nicht von selbst. Sie entstehen nicht hinter verschlossenen Türen, quasi im Keller, wie bei Willie Wortel, wie er bei uns heißt – in Deutschland besser bekannt unter dem Namen Daniel Düsentrieb.

Nein, Innovationen entstehen, wenn Türen und Fenster sperrangelweit offen stehen. Beispielsweise auf Messen wie dieser, wo Hersteller, Entscheidungsträger und Wissenschaftler sich begegnen und eine Zusammenarbeit anbahnen. Genau so entsteht auch neues Wissen. Denn gemeinsam, mit unserer vereinten Innovationskraft, wissen wir mehr als allein.

Darum bin ich so froh, dass wir seit einigen Jahren die Bande mit unseren Kollegen aus Nordrhein-Westfalen verstärken. Vor 2 Monaten hatten wir zum ersten Mal in der Geschichte einen Regierungsdialog. Daran nahmen, glaube ich, von beiden Seiten nicht weniger als sechs Kabinettsmitglieder teil. Einschließlich unserer beiden Ministerpräsidenten. Und das hat seine Gründe.

Wir sind füreinander die wichtigsten Handelspartner. Um einmal die Proportionen deutlich zu machen: unser Handel mit Nordrhein-Westfalen hat einen vergleichbaren Umfang wie der mit den gesamten USA. Das bedeutet Tag für Tag enorme Güterströme auf der Straße, auf dem Wasser und auf der Schiene.

Außerdem fahren täglich 40.000 Menschen über die Grenze zur Arbeit. Und weil wir uns so sehr ähneln – gleiche Fläche, gleiches BNP, gleiche Einwohnerzahl –, stehen wir auch vor den gleichen infrastrukturellen Herausforderungen: Staus, volle Züge, CO2-Ausstoß ...

Davon abgesehen sind wir einfach auch gute Nachbarn. In Holland sagen wir: »Besser ein guter Nachbar als ein ferner Bruder«. Noch ein guter Grund ab und zu nebenan vorbeizuschauen!

Wir suchen die gleichen Lösungen, und deshalb bin ich froh, dass Sie hier sind.

Lösungen ... Da reden wir über zusätzliche Fahrspuren und neue Verbindungen, über die Beschleunigung der Planung und der Verfahren. Wir reden über Instandhaltung: auch in den Niederlanden müssen viele Brücken und Tunnel saniert und modernisiert werden. Aber wir reden auch über Smart Mobility. Die Zukunft verlangt nicht nur mehr Infrastruktur, sondern vor allem auch intelligentere Infrastruktur.

Zum Beispiel: Informationsdienste im Auto, die in Echtzeit vor Staus und Gefahrensituationen warnen, Connected Transport, bei dem [elektronisch gekoppelte] Lkws in Kolonnen hintereinander fahren, Park-Apps und intelligente Ampeln in Städten mit hoher Verkehrsbelastung. Neue Fahrzeuge können Abstand halten, automatisch bremsen, die Spur halten. Weniger Unfälle bedeutet weniger Staus.

Wobei ich auch betonen möchte, dass es oft viel smarter ist, gerade nicht die Straße zu benutzen ... Sondern sich für den Wasserweg oder die Schiene zu entscheiden. Gute multimodale Knoten im Inland, wie Duisburg und Venlo, sind von eminenter Bedeutung.

Auf all diesen Gebieten arbeiten wir zusammen. Aber es ist noch Luft nach oben. Da trifft es sich gut, dass wir dies vor 2 Monaten in einer gemeinsamen Absichtserklärung auch vereinbart haben.

Nehmen Sie nur die Zusammenarbeit zwischen den Verkehrszentralen in Utrecht und Leverkusen. Wie schön wäre es doch, wenn wir uns künftig abstimmen und uns gegenseitig über Straßenbauarbeiten informieren würden! Auch das Störfallmanagement – die Räumung von Unfallstellen – können wir grenzüberschreitend angehen. Alles mit dem Ziel, Autofahrern, die grenzüberschreitend unterwegs sind, einen besseren Service zu bieten und unser Verkehrsmanagement besser aufeinander abzustimmen.

Ich denke aber auch an Entwicklungen wie Lkw-Platooning, Mobility as a Service, die Interaktion zwischen intelligenten Fahrzeugen und der Kommunikationsinfrastruktur entlang der Strecke. Auch das müssen wir von Anfang an gemeinsam in Angriff nehmen. Schließlich wollen wir keine Autos mit Selbstfahrfunktionen, die sich an der Grenze selbst neu starten oder eine neue Version herunterladen müssen. Es ist ungemein wichtig, dass wir unsere Prozesse und Daten harmonisieren. Future Proof!

Ein wichtiger Teil der niederländischen innovativen Automobilindustrie ist in der Grenzregion angesiedelt. Im BrainPort Eindhoven mit der Innovationszentrale in Helmond kreist alles um Smart Mobility. In enger Kooperation mit Unternehmen wie NXP, TomTom, VDL und DAF sowie der Technischen Universität arbeiten wir intensiv an den Smart-Mobility-Lösungen der Zukunft. Nur einen Steinwurf von Nordrhein-Westfalen entfernt!

Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluss. Sie wissen vielleicht, dass ich ein großer Fußballfan bin. Es fällt mir auf, dass niederländische Spieler in deutschen Teams sehr erfolgreich sind, wie Arjen Robben bei Bayern München. Oder Klaas-Jan Huntelaar bei Schalke 04. Sie sind nicht nur erfolgreich, sie bleiben auch lang.

Was ich damit sagen will: wir haben die gleiche Mentalität und eine ähnliche Kultur. Und das sind ideale Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit. Smart Mobility ist so ein Thema, bei dem wir gemeinsam weiter und schneller vorankommen als allein.

Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg und Inspiration. Vielen Dank.